Aktuelles zum Glasfaserausbau
In den vergangenen Monaten hatten viele Anwohner*innen Besuch von Vodafone-Mitarbeiter*innen,
die für einen Glasfaser-Anschluss warben. Dabei kursierten viele missverständliche Aussagen und Gerüchte,
weshalb wir uns sehr freuen, dass im Rahmen unserer Mitgliederversammlung am 14.10.25 Herr Beck
für die Stadt Stuttgart sowie im Anschluss Herr Khorassani für die OXG das Thema Glasfaserausbau erklärten.
Herr Beck stellte klar, dass der Glasfaserausbau gemäß Telekommunikationsgesetz keine kommunale Aufgabe sei.
Jede Firma, die sich an die Stadt wende und die notwendigen Voraussetzungen für eine Genehmigung erfülle,
könne den Ausbau übernehmen. Für den Stadtteil Nord sei das die OXG (die OXG ist ein Joint-Venture von Altice und Vodafone).
In anderen Stadtteilen sei das die Telekom gewesen.
Die Stadt Stuttgart habe sich zusammen mit anderen Zweckverbänden umliegender Regionen wie
BB, ES, LB, GP, Rems-Murr zur Gemeinschaft Gigabit Region Stuttgart zusammengeschlossen, um den Ausbau zu koordinieren.
Speziell im Stadtgebiet Stuttgart stelle die topografische Lage den Glasfaserausbau vor Herausforderungen, so Beck.
Bis 2030 sollen 90% des Stadtgebiets erschlossen sein, momentan liege Stuttgart noch mit 35% deutlich hinter anderen Regionen.
Die Stadt selber verlege aber nicht das Netz, sondern kooperiere mit den Unternehmen,
die sich für den Prozess interessierten und die Voraussetzungen erfüllten.
Dies ist in unserem Bereich die OXG. Herr Beck stellte nochmals klar, dass der Ausbau auf jeden Fall stattfinden werde,
unabhängig davon, ob sich Anwohner*innen für einen Anschluss entscheiden. Es gebe auch keine Vorvermarktungsquote,
also keine Zahl an Verträgen, die vorab abgeschlossen werden müssten, damit gebaut werde. Hierzu hatten Aussagen kursiert, die Herr Beck als Gerüchte zurückwies.
Momentan gebe es neben der OXG keine weitere Firma, die an die Stadt herangetreten sei und flächendeckende Ausbaupläne für unseren Stadtteil Nord habe.
Im Folgenden erläuterte uns Herr Khorassani von der OXG das konkrete Vorgehen.
Die OXG, ein Joint-Venture von Altice und Vodafone, sei ein noch junges Unternehmen, seit 3 Jahren erst auf dem Markt.
Zunächst soll Glasfaser für 100.000 Haushalte in Stuttgart verlegt werden.
Anfang/Mitte 2026 will die OXG in Stuttgart Nord beginnen (hier sind es 11.000 Haushalte).
Grundsätzlich wird, ob Anwohner*innen das wollen oder nicht, das Glasfaserkabel in den öffentlichen Straßenraum bzw. den Gehweg verlegt.
Dies erfolgt laut Herrn Khorassani mittels einer kleinen Öffnung des Belags, der auch zügig wieder verschlossen wird.
Der Ausbau erfolgt eigenwirtschaftlich und unabhängig von einer Vorvermarktungsquote.
Man habe mit großen Hausverwaltungen bereits einen Teil abgedeckt und mache keine Vorvermarktung mit privaten Haushalten.
Jedoch haben Bürger*innen im Zuge dieser Ausbauphase die Möglichkeit, einen kostenlosen Glasfaser-Anschluss bis in ihr Haus zu erhalten.
Um einen kostenlosen Anschluss zu erhalten, wird ein sogenannter Gestattungsvertrag unterschrieben.
Dazu waren und sind Vodafone Mitarbeitende von Haus zu Haus unterwegs. Das Netz ist ein "Open Access"-Netz, was eine freie Anbieterwahl ermöglicht.
Allerdings sind nicht alle Anbieter dabei, denn die großen Player wie die Telekom kooperieren erst mit Firmen,
die eine Million Anschlüsse vorweisen können. Nach Aussage von Herrn Khorassani wird die OXG dieses Ziel aber mittelfristig erreichen.
Außerdem gibt es momentan keine Ausbaupläne der Telekom in unserem Gebiet. Doch andere Anbieter wie natürlich Vodafone und auch 1&1 sind nach Anschluss verfügbar.
Der kostenlose Gestattungsvertrag bedeutet nicht, dass man ihn sofort nutzen muss.
Er gilt 15 Jahre und man kann sich frei entscheiden, ob und wann man den Anschluss nutzen möchte.
Nur abbauen darf man ihn nicht. Der Anschluss ans Haus erfolgt laut Khorassani sehr individuell nach einem technischen Vorgespräch vor Ort.
Dabei wird genau angeschaut, wie die Verlegung erfolgen kann und welche Baumaßnahmen dazu nötig sind.
Ein späterer Anschluss ist unter Vorbehalt meist möglich.
Manchmal ist es technisch nicht möglich und ganz sicher ist es bei einer späteren Entscheidung nicht mehr kostenlos.
Stand: 22.10.2025