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Rückblick zur Mitgliederversammlung 2025

Rückblick Mitgliederversammlung Bürgerverein Unterm Weissenhof e.V.
Eine vollgepackte Tagesordnung und ein voller Raum.

Zu unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 14.10.25 in der Werner-Siemens-Schule kamen 63 Besucher (Mitglieder und interessierte Anwohner*innen), ein absoluter Rekord.


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Für diejenigen, die nicht teilnehmen konnten, fassen wir hier die wichtigsten Punkte zusammen.

Bericht aus dem Bezirksbeirat durch Bezirksvorsteherin Sabine Mezger
Zunächst berichtete Frau Sabine Mezger von ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Bezirksvorsteherin des Stadtteils Nord, erklärte die Aufgaben des Bezirksbeirats, der sich als Bindeglied zwischen Bürger*innen und Gemeinderat versteht und lud ein, sich zu beteiligen, sei es in Besuchen einer Bezirksbeiratssitzung oder im Äußern von Anliegen. Sie berichtete interessante Fakten des sehr heterogenen Stadtteils Nord, der aus 11 Quartieren besteht und momentan 28.000 Bewohner*innen umfasst. Durch das Hinzukommen von Wohnraum im Bereich des ehemaligen Bürgerhospitals und des neuen Rosenstein-Quartiers wird diese Zahl in Richtung 40.000 Bewohner*innen anwachsen. Eine große Anzahl Personen, für deren Belange der Bezirksbeirat zuständig ist und eine große Zahl für ehrenamtliches Engagement unserer Bezirksvorsteherin. Frau Mezger stellte kurz die aktuellen Bauvorhaben im Stadtteil Nord vor, den Bau der Interimsoper, das Rosenstein-Quartier, das Areal des Bürgerhospitals, die IBA-Projekte Brenzkirche sowie das Weissenhof.Forum, das neue Informationszentrum, das gerade zwischen Kunstakademie und Weissenhofsiedlung entsteht. Bei allen Vorhaben bringt sich der Bezirksbeirat ein und vertritt die Anliegen und Interessen der Anwohner*innen. So auch bei der Parksituation in unserem Viertel, die zu manchen Zeiten sehr angespannt und von Parksuchverkehr gekennzeichnet ist. Hier möchte der Bezirksbeirat dem Gemeinderat ein Votum der Bürger*innen zu einem möglichen Parkraummanagement weitergeben. Unser Verein hatte hierzu bereits eine Abfrage gestartet. Diese haben wir wieder beendet, da klar wurde, dass Vielen nicht bewusst ist, welche Rahmenbedingungen überhaupt gelten, welche Konsequenzen aus welcher Regelung folgen und auch, dass es neben „so lassen wie es ist“ und Parkraummanagement auch noch die Möglichkeit eines reinen Anwohnerparkens gäbe. Zwar ist der Gemeinderat nicht an Vorschläge des Bezirksbeirats gebunden, dennoch lohnt es sich, (gut überlegte) Vorschläge zu machen. Daher werden wir in den nächsten Wochen neu informieren und erneut die Stimmungslage abfragen, auch in Kooperation mit den Bewohner*innen der Weissenhofsiedlung.

Auch auf die geplante Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße ging Frau Mezger ein. Aus STEP-Mitteln (STEP=Stadtentwicklungspauschale) sollten nach Plänen von 2021 Einmündungen durch Gehwegnasen verengt sowie Bäume zur Verkehrsberuhigung gepflanzt werden. Hierbei würden Parkplätze wegfallen. Dies stößt bei Anwohner*innen auf wenig Gegenliebe, für besser wird hingegen befunden, die bestehenden kleinen Grünflächen wie z.B. das kleine Dreieck Friedrich-Ebert-Straße/Wilhelm-Blos-Straße zu restaurieren und zu pflegen. Hierfür möchte sich der Bezirksbeirat einsetzen. Unser Verein hat hier bereits Anträge eingebracht, die der Bezirksbeirat angenommen hat und dem Gemeinderat weiter vorschlagen wird.

Stand und Planung Glasfaserausbau
Nächster Gast unserer Mitgliederversammlung war Herr Beck, der in der Stadt Stuttgart Ansprechpartner für den Glasfaserausbau ist. In den vergangenen Monaten hatten viele Anwohner*innen Besuch von Vodafone-Mitarbeiter*innen, die für einen Glasfaser-Anschluss warben. Dabei kursiertem viele missverständliche Aussagen und Gerüchte, weshalb wir uns sehr freuen, dass Herr Beck für die Stadt sowie im Anschluss Herr Khorassani für die OXG das Thema Glasfaserausbau erklärten.

Herr Beck stellte klar, dass der Glasfaserausbau gemäß Telekommunikationsgesetz keine kommunale Aufgabe sei. Jede Firma, die sich an die Stadt wende und die notwendigen Voraussetzungen für eine Genehmigung erfülle, könne den Ausbau übernehmen. Für den Stadtteil Nord sei das die OXG (die OXG ist ein Joint-Venture von Altice und Vodafone). In anderen Stadtteilen sei das die Telekom gewesen. Die Stadt Stuttgart habe sich zusammen mit anderen Zweckverbänden umliegender Regionen wie BB, ES, LB, GP, Rems-Murr zur Gemeinschaft Gigabit Region Stuttgart zusammengeschlossen, um den Ausbau zu koordinieren. Speziell im Stadtgebiet Stuttgart stelle die topografische Lage den Glasfaserausbau vor Herausforderungen, so Beck. Bis 2030 sollen 90% des Stadtgebiets erschlossen sein, momentan liege Stuttgart noch mit 35% deutlich hinter anderen Regionen. Die Stadt selber verlege aber nicht das Netz, sondern kooperiere mit den Unternehmen, die sich für den Prozess interessierten und die Voraussetzungen erfüllten. Dies ist in unserem Bereich die OXG. Herr Beck stellte nochmals klar, dass der Ausbau auf jeden Fall stattfinden werde, unabhängig davon, ob sich Anwohner*innen für einen Anschluss entscheiden. Es gebe auch keine Vorvermarktungsquote, also keine Zahl an Verträgen, die vorab abgeschlossen werden müssten, damit gebaut werde. Hierzu hatten Aussagen kursiert, die Herr Beck als Gerüchte zurückwies. Momentan gebe es neben der OXG keine weitere Firma, die an die Stadt herangetreten sei und flächendeckende Ausbaupläne für unseren Stadtteil Nord habe.

Im Folgenden erläuterte uns Herr Khorassani von der OXG das konkrete Vorgehen. Die OXG, ein Joint-Venture von Altice und Vodafone, sei ein noch junges Unternehmen, seit 3 Jahren erst auf dem Markt. Zunächst soll Glasfaser für 100.000 Haushalte in Stuttgart verlegt werden. Anfang/Mitte 2026 will die OXG in Stuttgart Nord beginnen (hier sind es 11.000 Haushalte). Grundsätzlich wird, ob Anwohner*innen das wollen oder nicht, das Glasfaserkabel in den öffentlichen Straßenraum bzw. den Gehweg verlegt. Dies erfolgt laut Herrn Khorassani mittels einer kleinen Öffnung des Belags, der auch zügig wieder verschlossen wird.
Der Ausbau erfolgt eigenwirtschaftlich und unabhängig von einer Vorvermarktungsquote. Man habe mit großen Hausverwaltungen einen Teil abgedeckt und mache keine Vorvermarktung mit privaten Haushalten. Jedoch haben Bürger*innen im Zuge dieser Ausbauphase die Möglichkeit, einen kostenlosen Glasfaser-Anschluss bis in ihr Haus zu erhalten. Um einen kostenlosen Anschluss zu erhalten, wird ein sogenannter Gestattungsvertrag unterschrieben. Dazu waren und sind Vodafone Mitarbeitende von Haus zu Haus unterwegs. Das Netz ist ein "Open Access"-Netz, was eine freie Anbieterwahl ermöglicht. Allerdings sind nicht alle Anbieter dabei, denn die großen Player wie die Telekom kooperieren erst mit Firmen, die eine Million Anschlüsse vorweisen können. Nach Aussage von Herrn Khorassani wird die OXG dieses Ziel aber mittelfristig erreichen. Außerdem gibt es momentan keine Ausbaupläne der Telekom in unserem Gebiet. Doch andere Anbieter wie natürlich Vodafone und auch 1&1 sind nach Anschluss verfügbar.
Der kostenlose Gestattungsvertrag bedeutet nicht, dass man ihn sofort nutzen muss. Er gilt 15 Jahre und man kann sich frei entscheiden, ob und wann man den Anschluss nutzen möchte. Nur abbauen darf man ihn nicht. Der Anschluss ans Haus erfolgt laut Khorassani sehr individuell nach einem technischen Vorgespräch vor Ort. Dabei wird genau angeschaut, wie die Verlegung erfolgen kann und welche Baumaßnahmen dazu nötig sind.
Ein späterer Anschluss ist unter Vorbehalt meist möglich. Manchmal ist es technisch nicht möglich und ganz sicher ist es bei einer späteren Entscheidung nicht mehr kostenlos.

Bericht des Vorstands über Vereinsaktivitäten
Vereinsvorstand Frank Finzenhagen stellte nachfolgend in einer kurzen Übersicht die Vereinsaktivitäten der letzten zwei Jahre vor und warb für eine kostenfreie Mitgliedschaft. Der Verein hat in den letzten zwei Jahren neben dem Kanzel-Kaffee auch eine Baumschnittaktion im unteren Bereich der Friedrich-Ebert-Straße organisiert, Anträge zur Verschönerung verschiedener Stellen im Viertel im Bezirksbeirat eingebracht, einige Grünflächen selber verschönert und gepflegt sowie eine Homepage erstellt, auf der auch die Aktionen nachzulesen sind. Ein Newsletter soll für eine bessere Vernetzung im Viertel sorgen. Aktionen der nahen Zukunft sind sicher die Veränderungen im Zuge der IBA 27 (internationale Bauausstellung) und die damit verbundene Klärung der Parksituation. Hierzu werden wir weiter informieren und die Stimmen der Anwohner*innen abfragen.

Zunehmende Waschbären- und Dachspopulation in unserem Viertel
Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ursula Ungerer berichtete im Anschluss noch über die Dachs- und Waschbärenpopulation in unserem Viertel. So wurden auf mehreren Wildkameras zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Wilhelm-Blos-Straße sowie unterer Kanzel Dachse und eine 5-köpfige Waschbärenfamilie gesichtet. Was putzig daherkommt, kann sich nach Aussagen des Stadtjägers zu einer gewaltigen Plage auswachsen, die teure Zerstörungen an Haus und Grund anrichtet. Und speziell der Waschbär als invasive, nicht heimische Tierart, greift in unsere heimische Tierwelt ein, plündert Vogelnester und legt sich auch mit größeren Tieren wie Katzen und Hunden an.
Zwei Anwohner*innen haben sich daher entschlossen, mittels Fallen, aufgestellt durch einen autorisierten Stadtjäger, gegen die Tiere vorzugehen, die bei ihnen bereits Schaden an Haus und Garten angerichtet hatten. Einige Besucher*innen der Versammlung zeigten Interesse, sich an dieser (kostspieligen) Aktion finanziell zu beteiligen.


Es wären noch mehr Themen und Gespräche möglich gewesen, doch die Zeit, die für den Raum in der Werner-Siemens-Schule vereinbart war, lief ab und so war es das für dieses Mal.

Wenn Sie Fragen haben/Ihr Fragen habt und auch sonst freuen wir uns über Nachrichten!
Ihr/Euer Bürgerverein Unterm Weissenhof